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Neuer dezentraler Standard ?

Frage: Ist „neu“ (-artig) auch immer „besser“ – oder haben wir selber es nicht auch schon öfter erlebt, dass scheinbare „Verbesserungen“ eher zu „Verschlechtbesserungen“ geworden sind ? Die Technologiegläubigkeit unter gerade jungen Menschen und selbsternannten „Wissenschaftlern“ führt zuweilen in Gefilde, die wir uns einst besser nicht gewünscht hätten. Und dazu kommen noch Jene, die unter dem Deckmantel von neuen „Freiheiten“ ganz bewusst Systeme erschaffen, die unsere privaten und wirtschaftlichen  „Freiheiten“ noch mehr beschneiden können …

Ich erinnere mich in ähnlichen Zusammenhängen sofort immer wieder an die Worte des damals schon hochbetagten Prof. Joseph Weizenbaum (1923-2008), der sinngemäß einmal äußerte „In einer solchen Gesellschaft möchte ich einfach nicht mehr sein“. Doch worum geht es jetzt eigentlich … ?

Soeben stolperte ich über einen Beitrag im HANDELSBLATT, in dem euphorisch auf eine neue Art von Internet-Kommunikation hingewiesen wird, die demnächst weltweit eingeführt werden soll. Im Grunde geht’s darum, dass mit dem Internet verbundene Einzelcomputer und Computersysteme nicht mehr auf eigene Software-Installationen angewiesen sind, weil die benötigte Anwender-Software je nach Bedarf über’s Web frei verfügbar von PC zu PC wandern kann. Anders zu den von GOOGLE, AMAZON & Co. eingeführten Cloud-Systemen ist man dann an solche Provider nicht mehr fest gebunden, und das scheint den Nutzern neben den scheinbar gewonnenen „neuen Freiheiten“ ungeahnte Perspektiven zu bieten – nicht nur im Hinblick auf sämtliche mit dem Betrieb von Computersystemen verbundenen Kosten …

Doch ist das wirklich so bzw. wird das wirklich so sein ? Erfahrungsgemäß werden solche Systeme früher oder später schon eingeführt werden, und erfahrungsgemäß werden sich zunächst euphorischen Nutzern auch deren Nachteile und sogar dunklen Seiten immer mehr offenbaren. Ich persönlich kenne diese Systeme noch nicht, aber ein ungehinderter und in Folge dessen auch ungezügelter Software-Austausch zwischen PC’s, an denen nicht selten mit sensiblen (Personen- und Firmen-) Daten gearbeitet wird, macht alle Beteiligten in jeder Hinsicht gläsern. Niemand kann 100-%-ig garantieren, dass der Datenverkehr nicht umfassender registriert wird als bisher, dass Daten nicht in falsche Hände gelangen, dass nicht später doch noch zusätzliche Kosten anfallen, wenn viele Beteiligte ihre Systeme bereits völlig darauf umgestellt haben, u.a.m. …

Der Phantasie für einen Missbrauch sind auch uns selber keine Grenzen gesetzt, um sich vorstellen zu können, „was wäre, wenn“. Daher ist es Alles in Allem immer ratsam, seine eigene Euphorie bei Neuem erst einmal gut unter Kontrolle zu halten. Und hier nun der o.a. Beitrag mit näheren Informationen: HANDELSBLATT – Neuer dezentraler Standard