MESHTASTIC

Der Begriff MESHTASTIC ist ein Kunstwort aus den Teilbegriffen MESH und PHANTASTIC, hinter dem sich eine für Jeden zugängliche und von jeglichen Netzwerk-Providern unabhängige Netzwerklösung für einen Datenaustausch verbirgt. Mit anderen Worten werden hier keine Telekommunikations- und auch keine Internetanbieter mit all ihrer Hard- und Software-Infrastruktur, ihren Verträgen und Kosten bis auf die Anschaffung einer kleinen Hardware unter 100,- EUR benötigt. Wie geht das ?

Bereits seit einigen Jahren hat mich als ehemaliger Funker wegen der zunehmenden Übergriffigkeit gewisser „Dienste“ das Thema „Abhörsicherheit“ beschäftigt. Die seit einigen Jahren gültige Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) wird von einschlägigen Behörden so ausgelegt, wie sie es gerade brauchen – Beispielsweise sind private Fotos zur Beweissicherung und DashCam-Aufzeichnungen mal erlaubt und mal nicht – je nach Gemüt der den Fall bearbeitenden Beamten, wohingegen diese sich grundsätzlich das Recht herausnehmen, mit BodyCams das Verhalten vermuteter Täter aufzuzeichnen – auch wenn sich diese „Täter“ später als Opfer oder Zeugen herausstellen. Die Dummheit gewisser Beamter kennt keine Grenzen und das Vertrauen in die Behörden ist nicht von Ungefähr sehr begrenzt …

Und was nun das Abhören usw. betrifft, so ist mittlerweile doch weithin bekannt, wie GOOGLE, FACEBOOK, WHATSAPP & Co. gewissen Behörden in die Hände spielen. Wenn man ungestört im Web surfen möchte, bieten sich alternativ u.a. VPN-Lösungen, der TOR-Browser und TAILS an, und für die Kommunikation gilt seit Jahren der SIGNAL-Messenger als die beste Wahl. Doch was ist, wenn die dafür benötige technische Infrastruktur zusammenbricht (z.B. bei Katastrophen) oder sogar durch gewisse Behörden gesperrt ist (z.B. YOUTUBE-Zugänge) … ?

Kommunikation untereinander ist ein Menschenrecht, das von gewissen Kreisen zunehmend mit Füßen getreten wird. Aber selbst bei erheblichen Störungen der Infrastruktur oder dort, wo diese technisch gar nicht zur Verfügung steht, sollte eine moderne Kommunikation möglich sein. Auf Feuerzeichen, das Trommeln, Jodeln oder Flaggen-Winken sollten wir dann nicht mehr zurückgreifen müssen, und die Nutzung des Amateurfunks unterliegt bereits vorausgehenden Prüfungen und Zulassungen. Sprechfunk wäre abhörbar und Tastfunk auch, wenn man die zu übermittelnden Nachrichten nicht geschickt verschlüsselt – aber wer kann das noch … ?

Es waren aber gerade die Amateurfunker, die sich darüber Gedanken gemacht haben, wie man mit niedrigen Sendeleistungen über größere Entfernungen auf einfache Weise Nachrichten und anderes mehr versenden kann. Der Amateurfunkbereich arbeitet auf Frequenzbändern bzw. Kanälen, die unter denen der Mobilfunknetze liegen. Man muss wissen: Hohe Frequenzen = niedrige Wellenlängen = engmaschige Antennenanlagen mit hohen Sendeleistungen … man schaue nur auf unsere Dächer mit ihren LTE- und 5G-Sendemasten sowie auf das zunehmende Unwohlsein bei vielen Menschen, die auf hochfrequente EM-Befeldungen sensibel reagieren. Öffentlich werden derartige Befindlichkeiten als absurd heruntergespielt, aber wissenschaftlich ist das schon seit Jahrzehnten bewiesen, soll aber nicht Gegenstand dieses Beitrags sein …

Also – wie sieht nun die Lösung aus, auf niedrigen Funkfrequenzen und zugleich energiearm über größere Entfernungen Nachrichten (Messages) verschicken zu können ? Die Lösung nennt sich MESHTASTIC bzw. Low Range Network (LoRaN). Hierbei wird ein Endgerät (PC, Notebook, Tablet, Smartphone) mit einem weiteren kleinen Gerät verbunden, das die Nachrichten über Funkverbindungen sendet oder auch empfängt. Diese kleine Gerät wird NODE (= Knoten) genannt und ist Bestandteil eines größeren Netzwerkes (= MESH), in den sich weitere NODES zur Übermittlung der Nachrichten (= Relais) bis hin zum Empfänger-NODE befinden, woran dann wiederum eines der o.g. Endgeräte angeschlossen ist:

Derart aufgebaute LoRaN’s sind verschiedenartig nutzbar, wobei man bedenken muss, dass man über niedrige Funkfrequenzen zwar große Entfernungen von NODE zu NODE überwinden kann, die Datenübertragung aber langsamer und nicht derartig breitbandig aufgestellt ist wie beispielsweise in LTE- und 5G-Netzen:

Bildquellen: Meshtastic Tutorial

Weiteres zu diesem Thema in folgendem ARTE-Beitrag: