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Edward Snowden auf der CEBIT 2015 und TAILS (19.03.2015)

Ganz bestimmt nicht von Ungefähr gab Edward Snowden am 18.03.2015 auf der CEBIT 2015 per Video-Konferenz ein öffentliches Interview: Darin sprach er unter anderem von der Verantwortung aller gesellschaftlicher Einrichtungen für ein transparentes Handeln und für den privaten Schutz der Persönlichkeit eines jeden Einzelnen …

Tatsächlich jedoch arbeiten nahezu alle öffentlichen Einrichtungen intransparent und nehmen es sich zudem heraus, im Privatleben der Bevölkerung umfassend herumzuschüffeln – die Gründe für die öffentliche Geheimnistuerei und die unverhohlenen Eingriffe in das Privatleben Einzelner bleiben im Verborgenen. Hiermit kommt dann die Frage auf, wer davon einen Nutzen hat bzw. wer hinter diesen Machenschaften tatsächlich steckt ? Da der gesellschaftliche Überbau (Parlamente, Regierung, staatliche Einrichtungen) seiner Rolle im o.a. Sinne überhaupt nicht nachkommt und somit leichtfertig oder sogar vorsätzlich gegen wirklich allgemeine Interessen der Bevölkerung verstößt, ist der Einzelne gefordert, sich selbst vor ungerechtfertigten Schnüffeleien, Einmischungen und Angriffen auf allen Ebenen zu schützen. Ein Schwerpunkt hierbei besteht darin, u.a. seine persönliches Kommunikationsverhalten via Mobilfunk und Internet selbstkritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls auch umzustellen:

Bereits in zahlreichen vorangegangenen Beiträgen habe ich darauf hingewiesen, dass die Betriebssysteme von MICROSOFT, APPLE und nunmehr auch von GOOGLE besonders für unautorisierte äußere Zugriffe geeignet sind, einige darin enthaltene Funktionen vermutlich sogar zielgerichtet dafür entwickelt wurden. Solche Zugriffe sind u.a. Schüffeleien in den eigenen Datenbeständen, das Ausspionieren von Kontaktdaten, das Mitschneiden von Kommunikationsinhalten und der Missbrauch von Rechnerressourcen für Angriffe gegen andere EDV-Systeme …

Hingegen sind LINUX-Betriebssysteme hierfür recht immun, was jedoch an dieser Stelle nicht näher belegt werden soll. In diesem Zusammenhang wird nun ein neues LINUX-Derivat mit dem Namen „TAILS“ (The Amnesic Incognito Live System) interessant – ein komplettes Betriebssystem mit höchsten Sicherheitsstandards, das von einer DVD, einer SD-Karte oder einem USB-Stick aus gestartet werden kann, womit für externe Angreifer (sowohl Hacker als auch Geheimdienste) die Ermittlung der Nutzer-Identität außerordentlich erschwert ist. Das System enthält darüber hinaus diverse Programme unter einer GNU-Lizenz, wie z.B. LIBREOFFICE (Office-Paket) und GIMP (Grafik-Bearbeitungsprogramm). Mehr dazu hier (1) und hier (2).

Übrigens noch ein Sicherheitshinweis von Edward Snowden, den er im o.a. Interview indirekt gegeben hat: Nachträglich auf den PC’s Installierte oder darin bereits fest eingebaute Webcams dienen den Geheimdiensten ebenfalls zu Schnüffeleien – entsprechende Programme wurden bereits vor einigen Jahren von britischen Firmen entwickelt …